Inkasso: Einzug fremder Geldforderungen

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Im Überblick: Was bedeutet Inkasso?

  1. Als Inkasso wird das Antreiben von offenen Forderungen eines Gläubigers bei seinem Schuldner durch ein darauf spezialisiertes Unternehmen bezeichnet.
  2. In Deutschland unterliegt die Inkassobranche strengen Vorschriften, etwa der Registrierungspflicht.
  3. Prinzipiell sind nicht alle Inkassokosten auf den Schuldner übertragbar. Bestimmte Gebühren muss er jedoch tragen, sofern die Voraussetzungen gegeben sind.

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Als Inkasso wird das Eintreiben fremder Forderungen bezeichnet - meist schriftlich per Post.
Als Inkasso wird das Eintreiben fremder Forderungen bezeichnet – meist schriftlich per Post.

Was ist mit „Inkasso“ gemeint? – Definition

Als Inkasso werden gemeinhin Dienstleistungen bezeichnet, die den Einzug fremder Geldforderungen zum Gegenstand haben. In der Regel werden Inkassounternehmen von den Gläubigern beauftragt, offene Forderungen einzutreiben. Daneben ist auch der Forderungskauf möglich.

Inkasso ist in Deutschland nach § 2 Abs. 2 des Rechtsdienstleistungsgesetzes (RDG) auch eine Rechtsdienstleistung, selbst wenn keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls erforderlich ist, was üblicherweise eine Voraussetzung für Rechtsdienstleistungen ist (§ 1 RDG). Allerdings muss das Inkasso als eigenständiges Geschäft betrieben werden.

Viele Inkassounternehmen arbeiten seriös - es gibt aber auch schwarze Schafe.
Viele Inkassounternehmen arbeiten seriös – es gibt aber auch schwarze Schafe.

Was ist also ein Inkassounternehmen? Letztendlich handelt es sich dabei um Dienstleistungsunternehmen, die den Einzug von Schulden als Arbeitsleistung anbieten und dafür Gebühren erheben. Inkassokosten werden entweder vom Gläubiger getragen oder dem Schuldner in Rechnung gestellt – dies ist allerdings rechtlich nicht immer korrekt.

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Inkasso: Bedeutung für Unternehmen

Zwar handelt es sich beim Inkasso um eine Rechtsdienstleistung, ein gerichtliches Verfahren ist damit allerdings nicht gemeint, selbst wenn die jeweilige Inkassofirma üblicherweise auch die Erwirkung eines gerichtlichen Mahnbescheids übernimmt. Insbesondere große Unternehmen, die einen hohen Waren- bzw. Kundenaufkommen haben, geben bei nicht bezahlten Rechnungen die Geldforderung standardmäßig an einen Inkasso-Service weiter. Das handhaben beispielsweise Versandhändler, Stromanbieter oder Versicherungen so.

Ein Inkassobüro zu beauftragen, hat gleich mehrere Vorteile für Unternehmen: Zum einen ist die Eintreibung von Geldforderungen zeit- und kostenintensiv. Durch die Auslagerung kann der Auftraggeber also vor allem personelle und finanzielle Ressourcen einsparen, insbesondere weil das Inkasso meist nicht zu den Kernkompetenzen des Auftraggebers gehört.

Außerdem kann es größere Forderungsausfälle verhindern, ein Inkassounternehmen zu beauftragen. Professionelle Hilfe stellt letztendlich also sicher, dass Forderungsausfälle nicht auf die zahlenden Kunden umgelegt werden müssen und zugleich keine existenzbedrohenden Ausmaße annehmen.

Inkassoverfahren – Arbeitsmethoden

Die Inkassobranche genießt in der öffentlichen Meinung oftmals keinen besonders guten Ruf. Es scheint in der Natur der Sache zu liegen, dass auch viele zweifelhafte Dienstleister auf dem Inkasso-Markt mitmischen wollen.

Postalisch, telefonisch oder online - Inkasso kann auf unterschiedliche Methoden geschehen.
Postalisch, telefonisch oder online – Inkasso kann auf unterschiedliche Methoden geschehen.

Daneben existiert jedoch auch eine ganze Reihe seriöser Inkassounternehmen. Gründen sich zu viele Vorwürfe auf Inkasso-Betrug, sollten Betroffene, die ein Schreiben des betreffenden Büros erhalten haben, stutzig werden und sich beispielsweise an die Verbraucherzentrale wenden.

Ein seriöser Inkassodienstleister nutzt verschiedenste Arbeitsweisen, um den Schuldner zur Zahlung zu bewegen. Neben der schriftlichen und telefonischen Mahnung gehören dazu auch

  • die Informierung des Schuldners über rechtliche Konsequenzen der Nichtzahlung,
  • ggf. die Ermittlung der aktuellen Schuldneranschrift,
  • die Aushandlung von Einigungen mit dem Schuldner, etwa in Form von Ratenzahlungen, Stundungen oder Vergleichen,
  • ggf. auch Verhandlungen mit Schuldnerberatungsstellen, Anwälten des Schuldners usw.
  • gerichtliche Mahn- und Vollstreckungsbescheide (Schuldtitel),
  • Zwangsvollstreckungen wie Pfändungen,
  • ggf. die Beantragung einer Vermögensauskunft,
  • das Verwerten von Kreditsicherheiten.

Besteht die Notwendigkeit, wird die Inkasso-Forderung auch über einen längeren Zeitraum verfolgt oder bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners diese in regelmäßigen Abständen überprüft. Privatleute können oftmals das Inkasso auch online beauftragen.

Weiteres Indiz für Seriosität ist die Mitgliedschaft in einem der großen Branchenverbände. Haben Sie Zweifel an einem Inkassounternehmen in Deutschland (etwa wegen unberechtigten Forderungen, Drohungen, unsachliche Antworten etc.), können Sie sich z. B. an die Verbraucherzentrale wenden oder auch einen Anwalt mit der Sache beauftragen.

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Inkassogebühren: Erstattung vorgerichtlicher Kosten

Nicht alle Kosten für einen Inkassoauftrag können auf den Schuldner abgewälzt werden.
Nicht alle Kosten für einen Inkassoauftrag können auf den Schuldner abgewälzt werden.

Nicht immer ist es möglich, die für die Beauftragung von einem Inkassobüro entstehenden Kosten dem Schuldner in Rechnung zu stellen. Es handelt sich dabei um eine Art des Schadenersatzes, für den gewisse Voraussetzungen gegeben sein müssen, unter anderem:

  • Der Schuldner befindet sich gemäß § 286 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) im Zahlungsverzug.
  • Der Schuldner wurde durch den Gläubiger mindestens einmal im Rahmen einer Mahnung zur Zahlung aufgefordert. Das Inkasso ohne Mahnung ist hingegen nur dann zulässig, wenn für die Zahlung ein bestimmter Zeitpunkt festgesetzt wurde oder 30 Tage nach Rechnungserhalt noch nicht gezahlt wurde.
  • Der Gläubiger hat seine Schadensminderungspflicht eingehalten und den Schaden so gering wie möglich gehalten.

Ist es grundsätzlich berechtigt, das Inkasso zu beauftragen, muss der Schuldner jedoch nur bestimmte Auslagen übernehmen. Üblicherweise können für den Inkassoauftrag bspw. folgende Kosten geltend gemacht werden:

Berechnet das Inkassobüro zu hohe Gebühren, können auch diese unzulässig sein.
Berechnet das Inkassobüro zu hohe Gebühren, können auch diese unzulässig sein.
  • Zinsen, die für die Hauptforderung anfallen
  • Mahnkosten ab der zweiten Mahnung, max. 2,50 Euro pro Mahnung
  • Kosten für gerichtliche Mahnbescheide, max. 25 Euro
  • Vollstreckungskosten
  • Zustellungskosten für Bescheide durch einen Gerichtsvollzieher
  • Auslagen für Porto und Telefon, max. 20 Euro
  • Kosten für Adressermittlungen oder Rücklastschriften
  • Geschäftsgebühren, max. in Höhe der Gebühren nach der Rechtsanwaltsvergütungstabelle

Inkassounternehmen können Kosten unter Umständen also dem Schuldner anrechnen, das ist aber nicht immer der Fall. Prüfen Sie die Gebühren daher sorgfältig und wenden Sie sich im Zweifel oder bei sehr hohen Veranschlagungen fürs Inkasso an einen Anwalt.

Welche Gebühren für den Inkassodienst müssen Schuldner nicht zahlen?

Immer wieder gehen bei der Verbraucherzentrale Beschwerden ein, dass ungesetzliche Kosten erhoben werden. So sind beispielsweise

  • eine zusätzliche Umsatzsteuer,
  • pauschale Telefonkosten pro Anruf,
  • Kontoführungsgebühren oder
  • Gebühren für die Übersendung einer Forderungsaufstellung

in der Regel unzulässig.

Achtung! Inkassounternehmen müssen sich behördlich im Rechtsdienstleistungsregister erfassen lassen. Fehlt diese Registrierung, durfte das Unternehmen gar nicht als Inkassobüro arbeiten. Die Kosten für das Inkasso muss dementsprechend auch nicht der Schuldner tragen!

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Inkasso: Weitere Rechte des Schuldners

Auch wenn das Inkasso mit Betrug oder anderen unlauteren Methoden verbunden ist, müssen Schuldner meist nicht zahlen.
Auch wenn das Inkasso mit Betrug oder anderen unlauteren Methoden verbunden ist, müssen Schuldner meist nicht zahlen.

Zudem können Inkassokosten nicht dem Schuldner angelastet werden, wenn dieser dem Gläubiger bereits mitgeteilt hat, dass er die Forderung entweder bestreitet bzw. nicht zahlen will oder er zahlungsunfähig ist.

In diesen Fällen ist dem Gläubiger bereits klar, dass nur der Weg eines gerichtlichen Mahnverfahrens und ggf. einer Klage aussichtsreich ist.

Was dementsprechend heißt: Das Inkasso kann von vornherein nicht zum Erfolg führen und ist deswegen gegenstandslos.

Auch eine „überfallartige“ Beauftragung kann dazu führen, dass die Kosten für das Inkasso nicht erstattungsfähig sind. So liegt der Grund für eine Rücklastschrift bspw. nicht immer im Einflussbereich des Schuldners. Obwohl die Rücklastschrift den Verzug begründet, wäre hier eine Mahnung des Gläubigers nötig.

Negativeinträge bei der SCHUFA

Die Wirtschaftsauskunftei SCHUFA nutzen viele Banken und Unternehmen, um die Bonität ihrer (potentiellen) Kunden zu überprüfen. Ein Negativeintrag kann den Abschluss von Verträgen mit langfristiger Zahlungsverpflichtung (Kredite, Mobilfunk etc.) unmöglich machen.

Allein das Inkasso begründet keinen SCHUFA-Eintrag. Dazu müssen gewisse Voraussetzungen bestehen und in der Regel ist etwa die Titulierung der Forderung nötig. Bei nicht-titulierten Forderungen muss der Schuldner mindestens zweimal gemahnt und über die geplante Übermittlung der Daten an die SCHUFA informiert worden sein.

Auslandsinkasso: Internationale Forderungen

Nicht nur im Inland, auch im Ausland kann es nötig werden, ein Unternehmen mit dem Einzug einer Forderung zu beauftragen. Allerdings ist das Inkasso oftmals durch verschiedene Faktoren erschwert:

Inkasso ist in Deutschland, aber auch im Ausland möglich.
Inkasso ist in Deutschland, aber auch im Ausland möglich.
  • Sprachbarrieren: Während Englisch als Geschäftssprache allgemein akzeptiert ist, sollte bei privaten Schuldnern möglichst in der Muttersprache der Kontakt hergestellt werden.
  • Unterschiedliche Rechtssysteme: Meistens sind deutsches und ausländisches Schuldrecht verschiedenen, und sei es nur in Feinheiten.
  • Kulturelle Gepflogenheiten: Landestypische Sitten sollten vor allem beim Inkasso im Ausland beachtete werden. Mitunter entscheiden diese über Erfolg oder Misserfolg der Bemühungen.

So entspricht es beispielsweise in Österreich der Konvention, dass das Inkassounternehmen höflich und ausführlich um die Entrichtung des offenen Betrages bittet, während in Deutschland sachlich nüchterne Zahlungserinnerungen üblich sind. Ein Österreicher wird ein typisch deutsches Schreiben also wahrscheinlich als unangemessen empfinden und dementsprechend reagieren.

Daher sollten sich Gläubiger entweder an spezialisierte Büros für Inkasso im Ausland wenden oder im betreffenden Ausland ein Unternehmen beauftragen. Hier ist verstärkt auf dessen Seriosität zu achten. Viele inländische Inkassodienstleister haben entsprechende Kontakte oder Tochterfirmen auf der ganzen Welt.

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