Insolvenz anmelden: Voraussetzungen und Ablauf

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Im Überblick: Anmeldung der Insolvenz

  1. Die Anmeldung steht beim Insolvenzverfahren juristischen wie natürlichen Personen offen, sofern ein Insolvenzgrund vorliegt.
  2. Das Insolvenzverfahren ist insbesondere dann anzumelden, wenn die Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist.
  3. Der Insolvenzantrag muss dazu beim zuständigen Insolvenzgericht eingereicht werden.
  4. Bestehen Sperrfristen einer früheren Insolvenz, müssen diese abgewartet werden.
Insolvenz: Wann das Anmelden Sinn ergibt, entscheidet meist die finanzielle Situation des Schuldners.
Insolvenz: Wann das Anmelden Sinn ergibt, entscheidet meist die finanzielle Situation des Schuldners.

Wer kann Insolvenz anmelden?

Wer die Privatinsolvenz anmelden muss, ist meist in einer ausweglosen finanziellen Lage: Der Schuldenberg ist mittlerweile soweit angewachsen, dass ein Abbau aus eigener Kraft nicht mehr möglich oder zumindest sehr unwahrscheinlich ist. Das stellt sowohl den Schuldner als auch seine Gläubiger vor große Probleme. Wie sollen die Schulden je bezahlt werden?

Der Gesetzgeber hat für diese Situation das Insolvenzverfahren vorgesehen. Beantragen lässt sich dieses jedoch nur, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Die Verbraucherinsolvenz ist beispielsweise lediglich natürlichen Personen möglich, während juristische Personen sowie Selbstständige die Regelinsolvenz durchlaufen müssen.

Um die Insolvenz überhaupt anmelden zu können, muss jedoch ein Insolvenzgrund vorliegen. Nach den §§ 17 bis 19 der Insolvenzordnung (InsO) kommen folgende Gründe infrage:

Wer zahlungsunfähig ist, kann oftmals nichts anderes mehr tun, als die Insolvenz zu beantragen.
Wer zahlungsunfähig ist, kann oftmals nichts anderes mehr tun, als die Insolvenz zu beantragen.
  1. Drohende Zahlungsunfähigkeit
  2. Zahlungsunfähigkeit
  3. Überschuldung (nur für juristische Personen)

Privatpersonen ist es also normalerweise nur möglich, die Insolvenz zu beantragen, wenn sie ihre fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht länger bedienen können, also insolvent sind. Die Überschuldung allein ist hingegen für diese Personengruppe kein zulässiger Insolvenzgrund (§ 19 Abs. 1 InsO).

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Der richtige Zeitpunkt: Wann die Insolvenz anmelden?

Wer sich frühzeitig um professionelle Hilfe bemüht, kann häufig sogar noch verhindern, ein Insolvenzverfahren beantragen zu müssen. Zudem ist der Besuch einer Schuldnerberatung vor jeder Privatinsolvenz obligatorisch, um den Einigungsversuch mit den Gläubigern durchzuführen.

Nur mit einer entsprechenden Bescheinigung über das Scheitern der außergerichtlichen Schuldenbereinigung ist es möglich, den Insolvenzantrag zu stellen. Wenn erste Rechnungen, Kreditraten o. Ä. nicht bezahlt werden können oder dies absehbar ist, sollten Betroffene sich spätestens um einen Termin bei einer anerkannten Schuldnerberatung bemühen.

Wann muss man als Unternehmen Insolvenz anmelden?

Doch wann muss bspw. eine GmbH Insolvenz anmelden? Wo das Gesetz im Fall der Verbraucherinsolvenz von Freiwilligkeit geprägt ist, besteht für juristische Personen die Pflicht, einen Insolvenzantrag einzureichen, sobald die (drohende) Zahlungsunfähigkeit oder die Überschuldung eingetreten ist.

Denn bei der Firmeninsolvenz ist das Anmelden derselben nicht nur für die Inhaber von Bedeutung. Auch für die Mitarbeiter hängt mitunter die wirtschaftliche Existenz vom Gelingen des Insolvenzverfahrens ab. Zudem geht es für die Gläubiger schnell um hohe offene Forderungen.

Achtung! Wenn Verantwortliche wie Vorstandsmitglieder oder Geschäftsführer die Antragspflicht missachten, machen sie sich ggf. der Insolvenzverschleppung (§ 15a InsO) oder weiterer Insolvenzstraftaten schuldig. Diese werden mit hohen Geldstrafen oder mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet, zudem besteht i. d. R. eine persönliche Haftung für aus solchen Straftaten entstehende Schäden.

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Wie kann ich Insolvenz anmelden?

Um ein Insolvenzverfahren anmelden zu können, ist ein Überblick über die Schulden unerlässlich.
Um ein Insolvenzverfahren anmelden zu können, ist ein Überblick über die Schulden unerlässlich.

Die eigentliche Beantragung erfolgt mittels Formular, das sowohl bei den Gerichten als auch online verfügbar ist. Da der Antrag sich recht umfangreich gestaltet und es wichtig ist, diesen korrekt ausfüllen, sollte normalerweise ein Anwalt für Insolvenzrecht hinzugezogen werden. Grundsätzlich ist es jedoch bei der Insolvenz zulässig, das Anmelden eigenständig zu übernehmen.

Beachten Sie unbedingt, dass es unter Umständen nicht ausreicht, lediglich den Insolvenzantrag abzugeben. Sowohl

müssen separat beantragt werden. Insbesondere im Falle der Restschuldbefreiung ist dies ausschließlich gemeinsam mit dem Insolvenzantrag möglich! Ein isolierter, d. h. allein gestellter Antrag auf Befreiung von den restlichen Schulden ist unzulässig! Ein Versäumnis kann hier für den Schuldner drastische Auswirkungen haben.

Gerichtliche Zuständigkeit und erforderliche Unterlagen

Zuständig ist in aller Regel jenes Amtsgericht, in dessen Bezirk ein Landgericht seinen Sitz hat. Dieses Amtsgericht fungiert dann als Insolvenzgericht für den gesamten Bezirk des Landgerichts (§ 2 InsO). Ggf. können jedoch auch andere oder zusätzliche Amtsgerichte benannt werden, beispielsweise aus organisatorischen Gründen.

Um die Insolvenz anmelden zu können, müssen Schuldner dem Gericht nicht nur den ausgefüllten Antrag übermitteln, sondern auch verschiedene Unterlagen zur Verfügung stellen, insbesondere

Wer die Privatinsolvenz anmelden will, muss einige Nachweise bereithalten.
Wer die Privatinsolvenz anmelden will, muss einige Nachweise bereithalten.
  • die Bescheinigung über das Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs,
  • den Schuldenbereinigungsplan (meist von der Schuldnerberatung erstellt),
  • eine Vermögensübersicht und ein detailliertes Vermögensverzeichnis,
  • ein Gläubiger- und Forderungsverzeichnis,
  • eine Erklärung über die Vollständigkeit der Angaben.

Allein das Anfertigen der Verzeichnisse erfordert eine gewisse Sachkenntnis. Betroffene sollten sich daher idealerweise von einer Schuldnerberatung oder einem Anwalt unterstützen lassen!

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Insolvenzeröffnungsverfahren: Prüfung der Unterlagen

Wer die Insolvenz anmelden konnte, erhält erst nach einiger Zeit die Nachricht, ob das Verfahren tatsächlich eröffnet wird oder nicht. Zuvor prüft das Gericht die eingegangenen Anträge und Nachweise. Besteht Nachbesserungsbedarf, wird dem Schuldner hierfür normalerweise eine vierwöchige Frist eingeräumt.

Vor allem auf das Bestehen ausreichender Insolvenzmasse wird geachtet. Diese muss in der Regel ausreichen, um wenigstens die Verfahrenskosten zahlen zu können. Andernfalls wird der Insolvenzantrag mangels Masse abgelehnt.

Privatpersonen können jedoch die Stundung der Verfahrenskosten beantragen, wenn sie kein nennenswertes Vermögen oder Einkommen besitzen. Dann werden diese erst nach Abschluss des Insolvenzverfahrens fällig und können ggf. in Raten abbezahlt werden.

Wie oft kann man Insolvenz anmelden?

Grundsätzlich gibt es keine maximale Anzahl an Insolvenzverfahren pro Person. Anmelden können Betroffene die Privatinsolvenz also in der Regel unbegrenzt oft. Allerdings existieren gewisse Sperrfristen, wenn die gerichtliche Schuldenregulierung bereits zuvor durchlaufen wurde.

Bei der Insolvenz kann das Anmelden durch Sperrfristen erheblich verzögert werden.
Bei der Insolvenz kann das Anmelden durch Sperrfristen erheblich verzögert werden.
  • Sperrfrist von 3 Jahren: Wurde die Restschuldbefreiung wegen eines Versagungsgrundes wie der Verletzung von Obliegenheiten während der Wohlverhaltensphase verweigert, können Betroffene erst drei Jahre später erneut die Insolvenz anmelden.
  • Sperrfrist von 5 Jahren: Wurde die Restschuldbefreiung aufgrund einer Insolvenzstraftat verweigert, besteht eine fünfjährige Frist, ehe ein erneuter Antrag gestellt werden kann.
  • Sperrfrist von 10 Jahren: Wurde die Restschuldbefreiung erteilt, können Schuldner nach zehn Jahren erneut die Insolvenz anmelden.

Gerade die Sperrfrist von drei Jahren kann aufgrund eines ganzen Sammelsuriums an Verweigerungsgründen bestehen. Auch falsche Angaben oder die vorsätzliche/fahrlässige Verletzung von Mitwirkungspflichten fallen darunter.

Lassen Sie ggf. anwaltlich prüfen, inwieweit eine Sperrfrist in solchen Fällen besteht.

Rechte von Gläubigern: Anmeldung von Forderungen

Schuldner sind verpflichtet, alle Gläubiger im Insolvenzverfahren zu nennen. Damit jedoch auch Gläubiger unabhängig davon ihre Forderung anmelden können, wird die Insolvenz öffentlich bekanntgeben. In den Insolvenzbekanntmachungen können Gläubiger sich also über alle Insolvenzverfahren informieren.

Ihre Forderung können sie in der Folge schriftlich beim Insolvenzverwalter der konkreten Insolvenz anmelden. Nachweise und Belege (Rechnungen, Lieferscheine, Mahnbescheide, Urteile etc.) sind in zweifacher Ausführung beizulegen.

Der Insolvenzverwalter, der durch das Gericht mit der Durchführung des Insolvenzverfahrens betraut wurde, nimmt die Forderung dann in die Insolvenztabelle auf.

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