Das Insolvenzverfahren: Ablauf der gerichtlichen Schuldenregulierung

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Im Überblick: Ablauf des Insolvenzverfahrens

  1. Private Insolvenzverfahren bestehen vor allem aus dem eigentlichen Gerichtsverfahren und der Wohlverhaltensphase.
  2. Zuvor muss immer eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern versucht werden.
  3. Die Regelinsolvenz ist stark einzelfallabhängig. Unternehmen werden normalerweise entweder saniert oder liquidiert.
  4. Für natürliche Personen kann am Ende von Insolvenzverfahren der Ablauf der Restschuldbefreiung stehen.
Zahlungsunfähig? Dann könnte ein Insolvenzverfahren nötig werden. Ablauf und Bestandteile sind vorab geregelt.
Zahlungsunfähig? Dann könnte ein Insolvenzverfahren nötig werden. Ablauf und Bestandteile sind vorab geregelt.

Insolvenzverfahren in Deutschland: Ablauf und Bestandteile

Maßgeblicher Gesetzestext zum regelkonformen Ablauf von Insolvenzverfahren bei Unternehmen und Privatpersonen ist die Insolvenzordnung (InsO), die bereits 1994 die bis dahin geltende Konkursordnung ersetzt hat. Während der Ablauf von Regelinsolvenzverfahren sehr komplex und einzelfallabhängig ist, folgt die Verbraucherinsolvenz eher vorgegebenen Strukturen.

Das auch Privatinsolvenz genannte Verfahren ist stark vereinfacht und dient der Schuldenregulierung von zahlungsunfähigen natürlichen Personen. Juristische und selbstständige Personen hingegen können ausschließlich die Regelinsolvenz durchlaufen.

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Privates Insolvenzverfahren: Ablauf

Zum Ablauf einer Insolvenz gehört leider auch Papierkrieg.
Zum Ablauf einer Insolvenz gehört leider auch Papierkrieg.

Am Anfang jeder Verbraucherinsolvenz steht der Besuch einer Schuldnerberatung, die zusammen mit dem Schuldner den außergerichtlichen Einigungsversuch durchführt. Zu diesem Zweck wird die wirtschaftliche Situation des Klienten analysiert und Einsparungspotentiale aufgedeckt (z. B. unnötig teure Versicherungen) sowie mögliche Einkünfte generiert (z. B. staatliche Hilfen).

Aus diesen Informationen erstellt der Schuldnerberater dann einen Schuldenbereinigungsplan und tritt in Kontakt mit den Gläubigern. Gelingt die Einigung mit diesen, kann auf den Ablauf eines Insolvenzverfahrens verzichtet werden. Ansonsten kommt es – falls nötig – zum Insolvenzantrag.

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Schritt 1: Insolvenzantrag

Mit der Bescheinigung über das Scheitern des Einigungsversuchs können Schuldner dann die Insolvenz anmelden. Den Ablauf und das korrekte Ausfüllen des Formulars ist extrem wichtig – durch Fehler können dem Schuldner weitreichende Rechte verloren gehen. Hier ist anwaltliche Hilfe unbedingt anzuraten – auch für das weitere Insolvenzverfahren und seinen Ablauf generell!

In den meisten Fällen sollte zusammen mit der Insolvenz auch die Restschuldbefreiung beantragt werden. Denn ein isolierter, d. h. allein gestellter Antrag auf Restschuldbefreiung ist unzulässig. Bei geringer Insolvenzmasse ist auch die Stundung der Verfahrenskosten zu beantragen sinnvoll.

Schritt 2: Insolvenzeröffnungsverfahren

In dieser Phase prüft das zuständige Gericht die Unterlagen des Antragstellers und entscheidet über die Insolvenzeröffnung. Dazu ist es auch möglich, dass ein Sachverständiger mit der Beurteilung der schuldnerischen Vermögensverhältnisse betraut wird. Außerdem wird geprüft, inwieweit die Insolvenzmasse zur Deckung der Verfahrenskosten ausreicht.

Bei zu geringer Insolvenzmasse kann der Insolvenzantrag auch mangels Masse abgewiesen werden, wenn keine Stundung bewilligt wird. Schuldner sollten daher bereits vor dem Insolvenzverfahren den Ablauf kennen und mit Hilfe ihrer Schuldnerberatung abschätzen, ob eine Stundung nötig wird.

Schritt 4: Gerichtsverfahren

Es folgt das eigentliche Insolvenzverfahren. Im Ablauf einer Insolvenz ist diese Phase durch die Pfändung des Schuldnervermögens geprägt. An den eingesetzten Insolvenzverwalter ist das gesamte pfändbare Vermögen abzugeben. In der Regel gehören auch Autos, Immobilien, Schmuck und andere Wertgegenstände zur Insolvenzmasse.

Zum Ablauf des Insolvenzverfahrens gehört auch der gerichtliche Teil.
Zum Ablauf des Insolvenzverfahrens gehört auch der gerichtliche Teil.

Außerdem muss der pfändbare Teil des Arbeitseinkommens abgetreten werden. Nach Abzug der Verfahrenskosten verteilt der Insolvenzverwalter den Erlös anteilsmäßig an die Gläubiger. Dem Schuldner bleibt mindestens der Pfändungsfreibetrag, damit er nicht auf staatliche Hilfen angewiesen ist.

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Schritt 5: Wohlverhaltensphase

Die mitunter bedeutsamste Phase im Ablauf vom Insolvenzverfahren einer Privatperson ist sicherlich die Wohlverhaltensphase. Sie beginnt bereits mit Insolvenzeröffnung und dauert regulär sechs Jahre. In dieser Zeit muss der Schuldner gewisse Obliegenheiten erfüllen, denn nur dem redlichen Schuldner kann die Restschuldbefreiung gewährt werden.

Dazu gehört bspw., dass der pfändbare Teil des Arbeitseinkommens an den Insolvenzverwalter abgetreten wird. Dieser schüttet den Erlös jährlich an die Gläubiger aus. Während dem Insolvenzverfahren bzw. dem Ablauf der Wohlverhaltensphase besteht die Pflicht zur Erwerbsarbeit oder entsprechenden Bemühungen um eine solche.

Schritt 6: Restschuldbefreiung

Hat der Schuldner sich in der Wohlverhaltensphase nichts zuschulden kommen lassen und die Befriedigung der Gläubiger nicht beeinträchtigt, erteilt das Gericht in der Regel die Restschuldbefreiung. Damit ist der Schuldner faktisch schuldenfrei.

Allerdings kann die Restschuldbefreiung auch verwehrt werden, etwa aufgrund einer Insolvenzstraftat oder weil der Schuldner ohne triftigen Grund seinen Job gekündigt hat. In diesem Fall können die Gläubiger nach der Insolvenz den Ablauf von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen erneut anstrengen.

Wie lange läuft ein Insolvenzverfahren ab?

Das eigentliche Insolvenzverfahren – im gesamten Ablauf recht früh angesiedelt – benötigt meist nicht mehr als ein Jahr Zeit. Zusammen mit der Wohlverhaltensphase ist der Schuldner jedoch normalerweise sechs Jahre von der Insolvenz betroffen.

Eine Verkürzung ist unter zwei Gesichtspunkten möglich:

  • Werden alle Verfahrenskosten vollständig bezahlt, kann die Beendigung vom Insolvenzverfahren mit Ablauf der Restschuldbefreiung auch bereits nach 5 Jahren erfolgen.
  • Werden alle Verfahrenskosten vollständig bezahlt sowie mindestens 35 Prozent der offenen Forderungen getilgt, kann die Restschuldbefreiung schon nach 3 Jahren erteilt werden.

Andernfalls endet die Insolvenz regulär nach sechs Jahren, unabhängig der Höhe der bezahlten Forderungen.

Firmeninsolvenzen: Ablauf

Der Ablauf vom Regelinsolvenzverfahren unterscheidet sich stark von der Privatinsolvenz.
Der Ablauf vom Regelinsolvenzverfahren unterscheidet sich stark von der Privatinsolvenz.

Der Ablauf von Insolvenzverfahren bei einer GmbH oder einer anderen juristischen Person ist ungleich komplexer. Durchlaufen selbstständige Privatleute die Regelinsolvenz, ist ebenfalls die Restschuldbefreiung möglich. Unternehmen steht hingegen entweder die Sanierung oder die Liquidierung in unterschiedlichen Ausgestaltungen offen.

Dennoch folgt auch das regelhafte Insolvenzverfahren einem ähnlichen Ablauf wie die Privatinsolvenz. Nach der Antragstellung prüft das Gericht, ggf. mithilfe eines Gutachters, die finanzielle Lage der Firma und die Voraussetzungen für eine Regelinsolvenz.

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Sanierung oder Liquidierung?

Das regelhafte Insolvenzverfahren hat im Ablauf – sehr einfach erklärt – zwei mögliche Wege: Entweder wird das Unternehmen liquidiert, d. h. aufgelöst, oder es wird saniert. Erfolgt die Auflösung, wird in der Regel das gesamte restliche Vermögen an die Gläubiger verteilt und einzelne Bestandteile wie Maschinen, Einrichtung oder Immobilien verwertet.

Bei der Sanierung kann das Unternehmen beispielsweise an einen Investor verkauft werden, der ggf. eine neue Gesellschaft gründet, die die Altlasten nicht mit übernimmt. Eine andere Möglichkeit ist die Erstellung eines Insolvenzplans. Dann kommen z. B. Maßnahmen wie Umstrukturierungen und Arbeitsplatzabbau infrage, um das Unternehmen wieder rentabel zu machen.

Besonderheit für juristische Personen: Antragspflicht

Antragszwang: Bei der Insolvenz bestimmt den Ablauf auch, ob es sich um juristische oder natürliche Personen handelt.
Antragszwang: Bei der Insolvenz bestimmt den Ablauf auch, ob es sich um juristische oder natürliche Personen handelt.

Während es für natürliche Personen keine strafrechtliche Relevanz hat, einen Insolvenzantrag verspätet zu stellen, kann das für die Verantwortlichen einer juristischen Person wie einem Unternehmen zu drastischen Geld- oder Freiheitsstrafen führen.

Sobald ein Insolvenzgrund (z. B. Zahlungsunfähigkeit) vorliegt, müssen Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder etc. ein Insolvenzverfahren anstoßen. Im Ablauf unterscheidet sich dieses dann nicht von anderen gerichtlichen Schuldenregulierungen. Versäumen Verantwortliche es, die Insolvenz zu beantragen, machen sie sich ggf. der Insolvenzverschleppung strafbar.

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