Das Insolvenzverfahren: Ablauf, Dauer, Kosten & mehr!

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Im Überblick: Das Insolvenzverfahren

  1. Das Insolvenzverfahren dient der gerichtlichen Schuldenregulierung bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.
  2. Die Privatinsolvenz steht nur natürlichen Personen offen, während ein Regelinsolvenzverfahren vor allem für Unternehmen relevant ist.
  3. Natürliche Personen können sowohl in der Privat- als auch in der Regelinsolvenz die Restschuldbefreiung erlangen, juristische Personen dagegen nie.

Weitere Ratgeber zum Insolvenzverfahren:

Ein Insolvenzverfahren dient vor allem der Befriedigung der Gläubiger.
Ein Insolvenzverfahren dient vor allem der Befriedigung der Gläubiger.

Was ist ein Insolvenzverfahren? – Definition

Im deutschen Insolvenzrecht dient das Insolvenzverfahren der gerichtlichen Schuldenregulierung des Schuldners sowie der Befriedigung der Gläubiger, soweit diese aus dem Vermögen und den Einkünften des Schuldners durchführbar ist. Zu diesem Zweck wird das Schuldnervermögen bestmöglich verwertet und gemäß den Anteilen der Gläubiger an den Schulden an diese verteilt.

In Deutschland wird zwischen

Geschäftsführer von Firmen können das Insolvenzverfahren nur als Regelinsolvenz anmelden.
Geschäftsführer von Firmen können das Insolvenzverfahren nur als Regelinsolvenz anmelden.

unterschieden. Während erstere für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler (i. e. juristische Personen) gedacht ist, können verschuldete Privatleute (i. e. natürliche Personen) ein vereinfachtes Verfahren in Anspruch nehmen. Zudem bietet das Verbraucherinsolvenzverfahren die Möglichkeit, am Ende die Restschuldbefreiung zu erlangen – dies ist in der Regelinsolvenz lediglich für Selbstständige und Freiberufler vorgesehen.

Manchmal wird das Insolvenzverfahren noch Konkursverfahren genannt. Dies rührt daher, dass die sogenannte Konkursordnung bis 1998 die gültige Vorgängerin der Insolvenzordnung war.

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Gründe für ein Insolvenzverfahren

Damit das Insolvenzgericht der Eröffnung der Insolvenzverfahren zustimmt, bedarf es in allen Fällen eines Insolvenzgrundes. Die Insolvenzordnung (InsO) kennt drei mögliche Eröffnungsgründe:

  • Zahlungsunfähigkeit (§ 17 InsO): Als zahlungsunfähig gilt, wer seine Zahlungsverbindlichkeiten zum Fälligkeitsdatum nicht bedienen kann und/oder die Zahlungen eingestellt hat.
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit (§18 InsO): Von Zahlungsunfähigkeit bedroht gilt es, wenn abzusehen ist, dass der Schuldner in naher Zukunft seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können wird.
  • Überschuldung (§ 19 InsO): Schuldner sind überschuldet, wenn das bestehende Vermögen die finanziellen Verbindlichkeiten nicht abdeckt. Die Überschuldung gilt jedoch nur bei juristischen Personen als Insolvenzgrund.

Sowohl ein privates Insolvenzverfahren als auch die Regelinsolvenz werden beim zuständigen Insolvenzgericht beantragt. Es bestehen allerdings einige Unterschiede zwischen den beiden Insolvenzformen – wie funktioniert das Insolvenzverfahren jeweils für juristische und natürliche Personen?

Mehr Informationen zum Insolvenzverfahren

Die Verbraucherinsolvenz: Auf dem Weg in die Schuldenfreiheit

Letzte Chance, wenn sich immer mehr Schulden anhäufen: das Privatinsolvenzverfahren.
Letzte Chance, wenn sich immer mehr Schulden anhäufen: das Privatinsolvenzverfahren.

Ein Privatinsolvenzverfahren benötigt, um eröffnet werden zu können, nicht nur einen Insolvenzgrund. Im Vorfeld ist es zwingend nötig, dass der Schuldner sich an eine anerkannte Schuldnerberatung wendet. Neben Anwälten mit entsprechenden Qualifikationen im Insolvenzrecht können das auch

sein. Vorteil von staatlichen und öffentlichen Beratungen ist in der Regel, dass diese kostenlos in Anspruch genommen werden können. Allerdings bilden sich aus diesem Grund auch mitunter monatelange Wartelisten, weshalb sich in dringenden Fällen besser an eine andere Stelle gewandt wird.

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Verpflichtend: Außergerichtlicher Einigungsversuch

Zusammen mit dem Schuldnerberater muss nun ein sogenannter außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern durchgeführt werden, ehe der Antrag fürs Insolvenzverfahren eingereicht werden kann.

Die Schuldnerberatung übernimmt auch den Einigungsversuch, ohne den das Insolvenzverfahren nicht eröffnet werden kann.
Die Schuldnerberatung übernimmt auch den Einigungsversuch, ohne den das Insolvenzverfahren nicht eröffnet werden kann.

Dazu analysiert die Schuldnerberatung die finanzielle Situation des Schuldners, stellt Ein- und Ausgaben gegenüber und erarbeitet einen Schuldenbereinigungsplan. Auch die nötigen Verhandlungen mit den Gläubigern – beispielsweise über eine Stundung, Ratenzahlung oder teilweisen Schuldenerlass – übernimmt in aller Regel die Beratungsstelle.

Erst wenn der Einigungsversuch gescheitert ist, kann das Insolvenzverfahren beantragt und eröffnet werden. Als Nachweis dient eine entsprechende Bescheinigung der Schuldnerberatung. Daher ist es wichtig, sich nur an nach § 305 der Insolvenzordnung anerkannte Beratungsstellen zu wenden.

Das Insolvenzeröffnungsverfahren: Prüfung durch das Gericht

Was es bedeutet, das Insolvenzverfahren anzumelden, wird meistens bereits im Eröffnungsverfahren deutlich. Ein vorläufiges Insolvenzverfahren dient vor allem der Prüfung des Insolvenzantrags und der Feststellung der vorhandenen Insolvenzmasse.

Als Insolvenzmasse wird das gesamte Vermögen bezeichnet, das dem Schuldner bis zur Insolvenzeröffnung gehört hat sowie solches, das er während der Insolvenz erlangt. Nicht nur Geldmittel, auch unbewegliche (Immobilien etc.) und bewegliche (z. B. Schmuck) Vermögenswerte zählen zur Insolvenzmasse.

Ob das Gericht das private Insolvenzverfahren eröffnet, hängt unter anderem davon ab, ob

  • ein Insolvenzgrund besteht,
  • zuvor der außergerichtliche Einigungsversuch ohne Erfolg durchgeführt wurde und
  • genügend Insolvenzmasse vorhanden ist, um zumindest die Verfahrenskosten zu tilgen.

Verfügt der Schuldner beispielsweise nicht über genügend Mittel, um die Kosten für das Insolvenzverfahren zu begleichen, lehnt das Gericht normalerweise den Insolvenzantrag mangels Masse ab. Daher kann es sinnvoll sein, in einem Zuge mit dem Antrag auf Privatinsolvenz auch die Stundung der Verfahrenskosten zu beantragen.

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Das eigentliche Insolvenzverfahren: Gerichtliche Schuldenregulierung

Während ein privates Insolvenzverfahren läuft, dürfen Gläubiger nicht pfänden!
Während ein privates Insolvenzverfahren läuft, dürfen Gläubiger nicht pfänden!

Das eigentliche Insolvenzverfahren dauert etwa ein Jahr. Während dieser Zeit pfändet der Insolvenzverwalter alle pfändbaren Vermögenswerte des Schuldners und zieht ggf. die Verfahrenskosten ab, sofern diese nicht gestundet wurden. Der restliche Erlös der Vermögenswertung wird anteilsmäßig an die Gläubiger ausgezahlt.

Laufende Insolvenzverfahren haben den Vorteil, das Insolvenzgläubiger ihre Forderung nicht länger durch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen eintreiben dürfen. Der Schuldner steht unter Einzelvollstreckungsschutz. Allein der Insolvenzverwalter ist berechtigt, Vermögen zu pfänden – auf diese Weise ist die gleichmäßige Verteilung des Erlöses auf alle Gläubiger gewährleistet.

Zwar erfolgt nach der erfolgreichen Verwertung des Schuldnervermögens die Beendigung vom gerichtlichen Insolvenzverfahren, für den Schuldner beginnt jetzt jedoch die Abtretungsfrist, auch Wohlverhaltensphase genannt.

Die Wohlverhaltensphase: Abtretungspflicht für Schuldner

Die Wohlverhaltensphase schließt nahtlos an das gerichtliche Insolvenzverfahren an. In der Regel ist für die ganze Insolvenz eine Dauer von sechs Jahren veranschlagt. In dieser Zeit hat der Schuldner Pflichten, sogenannte Obliegenheiten. Darunter fallen bspw.

  • die Pflicht, den pfändbaren Teil seiner Einkünfte an den Insolvenzverwalter abzutreten.
  • sich ernsthaft um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen und zumutbare Arbeit anzunehmen.
  • Erbschaften zur Hälfte abzutreten.
  • den Insolvenzverwalter unverzüglich über jedwede Änderung in den Vermögensverhältnisse, eine Kündigung, einen Umzug etc. in Kenntnis zu setzen.

Zwar sind Obliegenheiten nicht rechtlich durchsetzungsfähig – sie können also nicht eingeklagt werden –, doch von ihrer Einhaltung hängt unter Umständen die Gewährung der Restschuldbefreiung nach dem Insolvenzverfahren ab.

Denn wer eine vorsätzliche oder grob fahrlässige Obliegenheitsverletzung begeht, dem kann auf Gläubigerantrag die Restschuldbefreiung verwehrt werden. Ein entsprechender Antrag ist nicht nur bis zum Schlusstermin möglich – Gläubiger können innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft der Restschuldbefreiung beantragen, die Restschuldbefreiung zu widerrufen, sollten sich Gründe dafür im Nachhinein herausstellen.

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Die Restschuldbefreiung: Umfang des Schuldenerlasses

Für viele Schuldner markiert das Ende des Insolvenzverfahrens einen neuen Wegabschnitt.
Für viele Schuldner markiert das Ende des Insolvenzverfahrens einen neuen Wegabschnitt.

Die Restschuldbefreiung ist das Ziel der meisten Schuldner. Gewährt das Gericht die Befreiung, wandeln sich die restliche Forderung, die im Insolvenzverfahren nicht getilgt werden konnte, in eine sogenannte Naturalobligation um. Damit sind die Schulden durch die Gläubiger nicht länger eintreibbar. Der ehemalig Insolvente ist faktisch schuldenfrei.

Die Restschuldbefreiung gilt dabei für alle Schulden, die bereits vor Verfahrenseröffnung bestanden haben. Ob der Gläubiger am Insolvenzverfahren teilnimmt, spielt dabei normalerweise keine Rolle.

Nicht jede Art von Forderung ist jedoch in der Restschuldbefreiung inbegriffen. Nicht restschuldbefreit werden können

  • Neuschulden,
  • Unterhaltsrückstände,
  • Geldstrafen,
  • Geldbußen, Ordnungsgelder, Zwangsgelder,
  • finanzielle Nebenfolgen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit (etwa Schadenersatz),
  • Steuerschulden.

Solche Forderungen bleiben auch nach einem Insolvenzverfahren durch die Gläubiger eintreibbar.

Was passiert nach einem privaten Insolvenzverfahren?

Wurde das Insolvenzverfahren aufgehoben und die Restschuldbefreiung erteilt, sind Schuldner in der Regel schuldenfrei. Viele empfinden dies als Start in ein neues Leben.

Auch wirtschaftlich erhalten Schuldner ihre Selbstbestimmtheit zurück. Die Abtretungspflicht endet und Einträge bei Wirtschaftsauskunfteien wie der Schufa werden mit einem Erledigungsvermerk versehen. Nach Ablauf von drei Jahren erfolgt die Löschung.

Damit ist nach einem Insolvenzverfahren auch die Bonität des ehemaligen Schuldners wiederhergestellt und er kann beispielsweise erneut Kredite abschließen, sofern er ansonsten die Kriterien der Kreditwürdigkeit erfüllt.

Die Regelinsolvenz: Zwischen Sanierung und Liquidierung

Firmen dürfen in Deutschland nur die Regelinsolvenz durchlaufen.
Firmen dürfen in Deutschland nur das Regelinsolvenzverfahren durchlaufen.

Im Vergleich zur Verbraucherinsolvenz ist das Regelinsolvenzverfahren komplexer. Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können ausschließlich diese Art der Insolvenz anstreben. Lediglich ehemalige Selbstständige mit maximal 19 Gläubigern und keinen Forderungen aus Arbeitsverhältnissen können unter Umständen in die Privatinsolvenz gehen.

Auch das regelhafte Insolvenzverfahren dient in erster Linie der Befriedigung der Gläubiger. Ein außergerichtlicher Einigungsversuch, wie er für die Verbraucherinsolvenz Pflicht ist, muss vor der Regelinsolvenz aber nicht durchlaufen werden.

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Insolvenzantragspflicht für Geschäftsführer

Allerdings gibt es für juristische Personen die Insolvenzantragspflicht. Sobald die (drohende) Zahlungsunfähigkeit oder die Überschuldung eingetreten ist, muss das Unternehmen die Insolvenz beim Insolvenzgericht einreichen, spätestens jedoch drei Wochen später (§ 15a InsO).

In der Verantwortung stehen in der Regel die Geschäftsführer der insolventen Firmen, insbesondere bei Insolvenzverfahren einer GmbH. Aber auch

  • Organe juristischer Personen,
  • Vorstandsmitglieder und Abwickler einer AG und KGaA,
  • Vorstandsmitglieder und Liquidatoren einer eingetragenen Genossenschaft,
  • Vorstände eines rechtsfähigen Vereins und
  • Personengesellschaften ohne natürliche Personen als persönlich haftende Gesellschafter
Auch Vorstände sind ggf. zum Antrag auf ein Insolvenzverfahren verpflichtet.
Auch Vorstände sind ggf. zum Antrag auf ein Insolvenzverfahren verpflichtet.

sind von der Pflicht, das Insolvenzverfahren rechtzeitig zu beantragen, betroffen. Ausnahmen bestehen lediglich bei Kommandit- und Personengesellschaften, die von Gesellschaftern geführt werden, die persönlich und unbeschränkt haften. Hier haben Gläubiger mehr Möglichkeiten der Zwangsvollstreckung, als dies bei der Kapitalgesellschaft der Fall ist.

Insolvenzstraftat: Insolvenzverschleppung

Besteht Insolvenzantragspflicht, kann das Unterlassen der Antragstellung auf ein Insolvenzverfahren eine Straftat sein.

(4) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer entgegen Absatz 1 Satz 1, auch in Verbindung mit Satz 2 oder Absatz 2 oder Absatz 3, einen Eröffnungsantrag


1. nicht oder nicht rechtzeitig stellt oder
2. nicht richtig stellt.

§ 15a InsO

Handelt der Verantwortliche fahrlässig, kann das immer noch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe bedeuten.

Eröffnungsverfahren der Regelinsolvenz

Auch bei Firmeninsolvenzen prüft das Gericht zuerst immer, ob ein Grund für das Insolvenzverfahren vorliegt und die gerichtliche Schuldenregulierung überhaupt eröffnet werden kann. In der Regel müssen Unternehmen also zahlungsunfähig oder überschuldet sein.

Ebenso wie bei der Privatinsolvenz müssen die Verfahrenskosten durch die Insolvenzmasse gedeckt sein. Lediglich für natürliche Personen (Selbstständige, Freiberufler) ist die Stundung der Kosten möglich.

Außerdem setzt das Gericht einen vorläufigen Insolvenzverwalter ein, der die Insolvenzmasse sichert. Ferner wird mit der Verfahrenseröffnung das Insolvenzverfahren bekanntgemacht. Die Bekanntmachung wird auch online veröffentlicht.

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Eine Forderung muss Insolvenzverfahren beim Verwalter angemeldet werden.
Eine Forderung muss Insolvenzverfahren beim Verwalter angemeldet werden.

Das eigentliche Regelinsolvenzverfahren

Haben die Voraussetzungen für ein regelhaftes Insolvenzverfahren bestanden und das Gericht dieses eröffnet, bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie die Insolvenz ablaufen kann:

  • Das Unternehmen wird saniert.
  • Das Unternehmen wird liquidiert.

Im ersteren Fall kann das Geschäft oft weitergeführt werden, im letzteren Fall nicht. In der Regel übernimmt in dieser Phase der Insolvenzverwalter die Führung des Unternehmens. Alle Forderungen der Gläubiger werden in einer Insolvenztabelle erfasst und geprüft, ob diese berechtigt sind.

Im Berichtstermin wird schließlich die wirtschaftliche Situation des Unternehmens erläutert und die Gläubiger stimmen darüber ab, ob im Insolvenzverfahren eine Sanierung oder eine Liquidierung vorgenommen werden soll.

Was bedeutet „Liquidierung“?

Anders als bei Sanierung, bei der das Unternehmen möglichst gerettet und weitergeführt werden soll, wird bei einer Liquidierung das gesamte Unternehmensvermögen verwertet. Es findet eine Auflösung statt, etwa durch folgende Maßnahmen:

  • Verkauf einzelner Bestandteile, bspw. von Produktionsmaschinen, Patenten oder Immobilien.
  • Verkauf eigenständiger Unternehmensbereiche
  • Verkauf des Unternehmens als Ganzes

Der Erlös aus der Verwertung der Insolvenzmasse wird dann nach Abzug der Kosten für das Insolvenzverfahren an die Gläubiger anteilsmäßig ausgezahlt.

Neue Chance: Die Sanierung

Auch Teile der Insolvenzmasse können im Insolvenzverfahren verkauft werden.
Auch Teile der Insolvenzmasse können im Insolvenzverfahren verkauft werden.

Seltener als die Abwicklung des maroden Unternehmens ist dessen Sanierung durch ein Insolvenzverfahren. Nur ein Bruchteil aller Firmeninsolvenzen geht so aus. Doch dann kann die Regelinsolvenz auch eine Chance sein.

Entweder wird das Unternehmen an einen Investor verkauft, wodurch meist eine neue Gesellschaft entsteht, die die Altlasten nicht übernimmt. Dadurch allein wird jedoch die Ursache für die Pleite noch nicht behoben.

Die zweite Möglichkeit ist der Insolvenzplan. Oft geht die Sanierung dann mit der Schließung von Standorten oder der Streichung von Arbeitsplätzen einher. Allerdings bietet das Insolvenzverfahren dann auch die Chance, das Unternehmen neu aufzustellen und wieder wirtschaftlich rentabel zu machen.

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Abschluss vom Insolvenzverfahren

Für die eigentliche Insolvenz ist weitgehend der Insolvenzverwalter zuständig. Der Schlussbericht und die Schlussrechnungslegung reicht dieser am Ende jedoch beim Gericht zur Prüfung ein. Gibt es keine Einwendungen, erfolgt die Aufhebung, womit das Insolvenzverfahren endet.

Vor allem bei erfolgreichen Unternehmenssanierungen kann es vorkommen, dass alle Gläubiger befriedigt wurden und dennoch Insolvenzmasse übrig ist. Über die finanziellen Mittel kann der Insolvenzschuldner dann wieder frei verfügen.

Der Kosten- und Zeitaufwand für ein Insolvenzverfahren kann im Fall der Regelinsolvenz nicht pauschal beantwortet werden. Hier spielen viele Faktoren wie die Anzahl der Gläubiger, die Größe des Unternehmens und deren Organisationsform eine Rolle.

Die Restschuldbefreiung in der Regelinsolvenz

Zum Abschluss können im Insolvenzverfahren nur natürliche Personen restschuldbefreit werden.
Zum Abschluss können im Insolvenzverfahren nur natürliche Personen restschuldbefreit werden.

Juristische Personen wie eine GmbH oder ein Verein können nicht von der Restschuldbefreiung profitieren. Einzelunternehmer, Selbstständige und Freiberufler haben diese Möglichkeit grundsätzlich jedoch. Ähnlich wie in der Privatinsolvenz schließt sich dann an das eigentliche Insolvenzverfahren die Wohlverhaltensphase an.

Auch hier ist es entscheidend, ob der Insolvenzschuldner seinen Pflichten und Obliegenheiten nachgekommen ist. Ansonsten kann die Restschuldbefreiung versagt werden.

Achtung! Ebenso wie in der Privatinsolvenz ist ein isolierter Restschuldbefreiungsantrag unzulässig! Dieser muss zusammen mit dem Insolvenzantrag gestellt werden.

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