Pfändungsrechner: Kostenlos online den pfändbaren Betrag ermitteln

Von schuldnerberatung.org, letzte Aktualisierung am: 22. November 2020

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Im Überblick: Pfändungsrechner

Was genau kann ich mit dem Pfändungsrechner berechnen?

Mit dem Pfändungsrechner können Sie unter Berücksichtigung Ihres Nettoeinkommens und der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen ermitteln, wie groß Ihr Freibetrag bei einer Lohn- oder Gehaltspfändung ist. Grundlage des Rechners bildet die offizielle Pfändungstabelle des BMJV. Die Werte werden fortwährend aktualisiert.

Wie verhält es sich beim Pfändungsrechner mit Bezügen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Spesen etc.?

Bezüge, die Sie neben Ihrem regulären Arbeitseinkommen erhalten, sind häufig nicht pfändbar, aber es gibt Ausnahmen. Wann Sie derartige Zulagen bei der Eingabe Ihres Einkommens in den Pfändungsrechner berücksichtigen müssen, erfahren Sie hier.

Hat es Auswirkungen auf die Pfändungsfreigrenze, wenn ich einen Dienstwagen privat nutzen darf?

Ja, denn Ihnen entsteht dadurch ein geldwerter Vorteil, der Auswirkungen auf Ihre Pfändungsfreigrenze hat. Nähere Informationen dazu erhalten Sie an dieser Stelle.

Der Pfändungsrechner für Deutschland

Berechnen Sie hier, wie viel gepfändet werden darf

Der Pfändungsrechner auf Grundlage der Pfändungstabelle

Ihnen droht die Privatinsolvenz? Mit der Pfändungstabelle oder unserem Rechner können Sie ermitteln, wie viel bei Ihnen gepfändet werden darf.
Ihnen droht die Privatinsolvenz? Mit der Pfändungstabelle oder unserem Rechner können Sie ermitteln, wie viel bei Ihnen gepfändet werden darf.

Wenn Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, müssen Sie damit rechnen, dass Ihre Gläubiger früher oder später Zwangsvollstreckungsmaßnahmen in die Wege leiten, um ihr Geld zu bekommen. Häufig geschieht das durch eine Lohn- oder Gehaltspfändung. Sind auch Sie von einer solchen Maßnahme betroffen oder steht zumindest die Drohung im Raum? Dann fragen Sie sich sicherlich, wie viel von Ihrem Einkommen überhaupt gepfändet werden darf.

Dies können Sie mit unserem Pfändungsrechner schnell und kostenlos ermitteln. Dazu müssen Sie einfach nur Ihren monatlichen Nettoverdienst angeben sowie die Anzahl der Personen, für die Sie Unterhalt zahlen müssen. Dies können z. B. Kinder, Eltern oder Ehepartner sein.

Diese Informationen sind wichtig, denn sie haben Einfluss auf die Höhe Ihrer Pfändungsfreigrenze. Jene wird alle zwei Jahre vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) neu festgelegt und somit an die aktuellen wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland angepasst. Dieses Vorgehen soll sicherstellen, dass Ihnen als Schuldner trotz einer Pfändung Ihres Einkommens genügend Geld übrig bleibt, um sowohl Ihren Lebensunterhalt bestreiten als auch Ihren Unterhaltspflichten nachkommen zu können.

Die aktuellen Pfändungsfreigrenzen gibt das BMJV jeweils mittels einer Pfändungstabelle bekannt. Auf Grundlage dieser Tabelle funktioniert unser Pfändungsrechner, den wir zudem immer pünktlich an die aktuellen Werte anpassen.

Der Pfändungsrechner hilft auch Arbeitgebern

Ermitteln Sie mit dem Pfändungsrechner, wie viel von Ihrem Einkommen pfändbar ist.
Ermitteln Sie mit dem Pfändungsrechner, wie viel von Ihrem Einkommen pfändbar ist.

Um Zwangsvollstreckungsmaßnahmen wie z. B. eine Lohn- oder Gehaltspfändung veranlassen zu können, benötigen die Gläubiger einen Vollstreckungstitel sowie einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss vom Vollstreckungsgericht. Letzterer muss dem Arbeitgeber des Schuldners zugestellt werden, damit dieser den pfändbaren Teil des Arbeitseinkommens an den Gläubiger überweisen kann.

Unser Pfändungsrechner ist somit nicht nur ein nützliches Hilfsmittel für Schuldner, sondern auch für deren Arbeitgeber, um zu wissen, wie viel Erstere von ihrem Gehalt bzw. Lohn behalten dürfen und wie viel die Gläubiger pfänden können.

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Der Pfändungsrechner bei einer Privatinsolvenz

Wenn Sie als Schuldner Privatinsolvenz anmelden, können Ihre Gläubiger keine Zwangsvollstreckungsmaßnahmen mehr durchführen. Stattdessen verwertet der Insolvenzverwalter Ihr Vermögen und Ihre Einkünfte, um die Gläubiger möglichst gleichmäßig zu befriedigen. Doch hier müssen die gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen ebenfalls beachtet werden.

Somit kann Ihnen auch im Falle einer Insolvenz unser Pfändungsrechner von Nutzen sein, um zu ermitteln, wie viel von Ihrem Einkommen Ihnen trotz Pfändung zusteht.

Nettolohn: Welche Bezüge müssen beim Pfändungsrechner berücksichtigt werden?

Pfändungsrechner: Viele Bezüge dürfen nicht gepfändet werden.
Pfändungsrechner: Viele Bezüge dürfen nicht gepfändet werden.

In der Theorie klingt es einfach: Geben Sie in den Pfändungsrechner Ihr Nettoeinkommen ein, dazu noch die Zahl der Unterhaltsberechtigten und schon ermittelt das Tool Ihre Pfändungsfreigrenze und den Betrag, der Ihnen gepfändet werden darf.

Doch in der Praxis kommen an dieser Stelle vermutlich bei so manchem Arbeitnehmer Fragen auf, denn was genau ist hier eigentlich mit „Einkommen” gemeint? Müssen Sie beim Pfändungsrechner lediglich Ihr Gehalt bzw. Ihren Lohn angeben oder sind auch andere Bezüge wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Überstundenvergütung zu berücksichtigen? Wie verhält es sich beim Pfändungsrechner mit einem Dienstwagen bzw. mit dem geldwerten Vorteil, der dem Arbeitnehmer dadurch entsteht?

Welche dieser Bezüge pfändbar sind und wie sie sich auf die Pfändungsfreigrenze auswirken, erklären wir im Folgenden.

Unpfändbare Bezüge: Diese Beträge müssen Sie beim Pfändungsrechner nicht berücksichtigen

Nicht jede Zahlung, die Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten, zählt als pfändbares Arbeitseinkommen. Denn § 850a der Zivilprozessordnung (ZPO) listet verschiedene Bezüge auf, die nicht gepfändet werden dürfen. Dies betrifft:

  • die Hälfte der Vergütung, die Sie für das Leisten von Überstunden erhalten
  • Urlaubsgeld, sofern es „im Rahmen des Üblichen” liegt*
  • Bezüge aus Anlass eines besonderen Betriebsereignisses, z. B. Sonderprämien, sofern sie „im Rahmen des Üblichen” liegen*
  • Weihnachtsgeld, sofern es höchstens 500 Euro und nicht mehr als die Hälfte Ihres monatlichen Nettoarbeitseinkommens beträgt
  • Aufwandsentschädigungen (z. B. für die Ausübung eines Ehrenamts), Auslösungsgelder (z. B. Tagegelder, Fahrtkostenvergütungen oder Zuschüsse zu Verpflegungskosten) und andere soziale Bezüge für auswärtige Beschäftigungen, sofern diese Zulagen „im Rahmen des Üblichen” liegen*
  • Gefahren-, Schmutz- und Erschwerniszulagen (auch Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit), sofern sie „im Rahmen des Üblichen” liegen*
  • Entgelte für selbstgestellte Arbeitsmaterialien, sofern diese Zulagen „im Rahmen des Üblichen” liegen*
  • Geburtsbeihilfe und Beihilfe aus Anlass einer Eheschließung (Ausnahme: Ist das Ereignis, für das Sie die Beihilfe erhalten haben, der Anlass für die Einkommenspfändung, ist auch die Beihilfe pfändbar.)
  • Erziehungsgeld
  • Studienbeihilfe
  • Sterbe- und Gnadenbezüge aus Arbeits- oder Dienstverhältnissen
  • Blindenzulagen

* „Im Rahmen des Üblichen”: In der Regel meint dies, dass die Zulage das monatliche Gehalt bzw. den monatlichen Lohn nicht überschreitet. Auch ein Vergleich mit Zulagenzahlungen anderer Betriebe der gleichen Branche können klären, was als „üblich” gilt.

Müssen auch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld beim Pfändungsrechner berücksichtigt werden?
Müssen auch Urlaubs- oder Weihnachtsgeld beim Pfändungsrechner berücksichtigt werden?

Da die oben aufgelisteten Bezüge nicht pfändbar sind, müssen Sie sie nicht in den Pfändungsrechner eingeben, wenn Sie Ihre Pfändungsfreigrenze ermitteln wollen.

Ist ein Teil der Zulage allerdings doch pfändbar, weil er z. B. den Rahmen des Üblichen übersteigt oder es sich um die pfändbare Hälfte Ihrer Überstundenvergütung handelt, müssen Sie diesen Betrag für den Monat, in dem er Ihnen ausgezahlt wird, zu Ihrem üblichen Einkommen hinzuaddieren und diese Summe im Pfändungsrechner angeben. Ihre Pfändungsfreigrenze verändert sich dementsprechend für besagten Monat.

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Bedingt pfändbare Bezüge: Hier entscheidet der Einzelfall

In § 850b ZPO finden sich weitere Bezüge, die in der Regel nicht gepfändet dürfen, sofern nicht bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Sie werden deshalb als „bedingt pfändbare Bezüge” bezeichnet. Dazu zählen:

  • Renten, die Sie aufgrund einer Verletzung oder Krankheit beziehen (z. B. Unfallrente oder Schmerzensgeldrente)
  • Unterhaltsrenten
  • fortlaufende Einkünfte aus Stiftungen, durch Spenden, Altenteil oder einen Auszugvertrag
  • Bezüge aus Witwen-, Waisen-, Hilfs- und Krankenkassen, sofern diese zu einem wesentlichen Teil der Unterstützung des Schuldners dienen
  • Ansprüche aus auf Todesfälle abgeschlossene Lebensversicherungen, wenn die Versicherungssumme höchstens 3579 Euro beträgt

Diese Bezüge dürfen nur gepfändet werden, wenn sonstige Vollstreckungsmaßnahmen in Ihr bewegliches Vermögen nicht zur vollständigen Befriedigung der Gläubiger geführt hat bzw. voraussichtlich nicht führen wird. Und selbst dann muss das Vollstreckungsgericht im Einzelfall darüber entscheiden, ob die Pfändung dieser Bezüge tatsächlich billig ist und Ihnen zugemutet werden kann. Ist dies nicht der Fall, müssen Sie jene Bezüge nicht berücksichtigen, wenn Sie Ihr Nettoeinkommen in den Pfändungsrechner eingeben.

So wirkt sich ein Dienstwagen auf die Pfändungsfreigrenze aus

Pfaendungsrechner: Nutzen Sie einen Dienstwagen auch privat, wirkt sich dies auf Ihren Freibetrag aus.
Pfaendungsrechner: Nutzen Sie einen Dienstwagen auch privat, wirkt sich dies auf Ihren Freibetrag aus.

Eine Besonderheit ist zu beachten, wenn Ihnen von Ihrem Arbeitgeber ein Dienstwagen zur Verfügung gestellt wird, den Sie auch privat nutzen dürfen. Da dieser Ihnen nicht gehört, kann das Auto natürlich nicht gepfändet werden, allerdings entsteht Ihnen durch die private Nutzung ein geldwerter Vorteil, welcher sich auf Ihr Arbeitseinkommen auswirkt. Damit hat die Nutzung des Dienstwagens Auswirkungen auf die Pfändungsfreigrenze und muss deshalb berücksichtigt werden, wenn Sie die Angaben für den Pfändungsrechner machen.

Es gilt dabei Folgendes: In der Regel wenden Arbeitgeber die 1%-Regelung an, was bedeutet, dass 1 % des Anschaffungspreises des Dienstwagens von Ihrem Nettoeinkommen abgezogen wird. Sie erhalten also eine geringere Auszahlung Ihres Gehalts bzw. Lohns, dürfen dafür aber im Gegenzug den Dienstwagen für private Fahrten nutzen.

Bei der Festlegung Ihrer Pfändungsfreigrenze wird allerdings Ihr ursprüngliches Nettoeinkommen ohne Berücksichtigung des Dienstwagens herangezogen. Sprich, es wird mit einem höheren Nettoeinkommen gerechnet, als Ihnen tatsächlich ausgezahlt wird. Dies müssen Sie beachten, wenn Sie unseren Pfändungsrechner korrekt nutzen wollen.

Aber warum ist dies so? Ist es nicht unfair, den Pfändungsfreibetrag an einem höheren Einkommen festzumachen, als Sie tatsächlich erhalten? Der Gesetzgeber rechtfertigt diese Regelung mit dem bereits erwähnten geldwerten Vorteil, der Ihnen durch die private Nutzung des Dienstwagens entsteht. Würde dieser bei der Ermittlung Ihrer Pfändungsfreigrenze nicht berücksichtigt werden, hätten Sie einen finanziellen Vorteil gegenüber anderen Schuldnern, die statt eines Dienstwagens mit ihrem eigenen Fahrzeug zur Arbeit fahren. Denn diese müssen sämtliche Ausgaben für das Fahrzeug (Kfz-Steuer, Reparaturkosten etc.) aus eigener Tasche bezahlen, während das bei einem Dienstwagen Ihr Arbeitgeber übernimmt. Ohne Berücksichtigung des Dienstwagens bei Ihrer Pfändungsfreigrenze hätten Sie somit mehr Geld zur Verfügung als der Schuldner mit dem eigenen Auto, obwohl Sie beide in den Genuss kämen, mit einem Kraftfahrzeug zu fahren.

1 % mag sich nach nicht viel anhören, aber bei einem hohen Anschaffungspreis eines Autos kann dies schnell einen Unterschied von mehreren Hundert Euro für Ihr Nettoeinkommen bedeuten. Geben Sie die verschiedenen Beträge in unseren Pfändungsrechner ein, merken Sie, wie stark sich der pfändbare Betrag zu Ihren Ungunsten verändern kann, wenn die Nutzung des Dienstwagens berücksichtigt wird.

Sie sollten in diesem Fall selbst einschätzen, ob die Vorteile, die Ihnen der Dienstwagen verschafft, es Wert sind, dass ein größerer Teil Ihres Einkommens gepfändet wird. Andernfalls ist es ratsam, mit Ihrem Arbeitgeber zu sprechen und auf die private Nutzung des Dienstwagens zu verzichten, sodass die 1%-Regelung nicht greift.

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