Schulden: Tritt eine Verjährung ein?

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Im Überblick: Verjährung von Schulden

  1. Die regelmäßige Verjährungsfrist bei vielen Schulden beträgt drei Jahre. Dies betrifft z. B. die Verjährung von Mietschulden, Gehaltsansprüchen und Forderungen aus Dienstleistungs- und Kaufverträgen. Auch bei Kreditschulden tritt die Verjährung nach drei Jahren ein.
  2. Für Schulden beim Finanzamt tritt die Verjährung nach fünf Jahren ein, bei der Krankenkasse nach vier Jahren.
  3. Die Schulden-Verjährung mit einem Vollstreckungsbescheid oder einem anderen Schuldtitel tritt nach 30 Jahren ein.
Wann verjähren Mietschulden oder Steuerschulden? Wann verjähren Schulden bei Inkasso oder der Bank?
Wann verjähren Mietschulden oder Steuerschulden? Wann verjähren Schulden bei Inkasso oder der Bank?

Ab wann verjähren Schulden?

Wer seine Schulden nicht wie vereinbart zurückzahlt, muss mit Mahnungen und Klageverfahren des Gläubigers rechnen, welcher auf diesem Weg versucht, seine Forderung durchzusetzen. In diesem Zusammenhang kommt oft die Frage auf, ob für Schulden eine Verjährung eintreten kann.

Dies ist tatsächlich der Fall. Gemäß § 195 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) haben die meisten Schulden eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Dies betrifft z. B. Gehaltsansprüche, Kreditschulden sowie Schulden aus Kauf- und Dienstleistungsverträgen. Auch bei Mietschulden tritt eine Verjährung nach drei Jahren ein. Dies gilt selbst dann, wenn ein Inkassounternehmen mit der Schuldeneintreibung beauftragt wurde.

Unter bestimmten Umständen können solche Schulden auch später verjähren bzw. die Verjährungsfrist später beginnen, z. B. wenn der Gläubiger erst mit Verzögerung merkt, dass er eine Forderung geltend machen kann, oder er die Person des Schuldners lange Zeit nicht kennt. Doch auch in solch einem Fall gilt meistens eine gesetzliche Höchstfrist für die Schulden-Verjährung, welche zehn Jahre beträgt. Handelt es sich um Schadensersatzansprüche, bei denen eine Person zu Schaden kam oder um Erbansprüche, tritt die Schulden-Verjährung nach spätestens 30 Jahren ein.

Die Verjährung bedeutet nicht, dass der Gläubiger keine Ansprüche mehr gegenüber dem Schuldner hat, sondern nur, dass er seine Forderungen nicht mehr durchsetzen kann. Es kommt durch die Verjährung nicht automatisch zum Schuldenabbau. Begleicht ein Schuldner nach Ablauf der Verjährungsfrist doch noch seine Schulden, kann er diese Zahlung anschließend nicht vom Gläubiger zurückfordern.

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Schulden: Für die Verjährung können auch andere Fristen gelten

Die Schulden-Verjährung - sowohl für Privat- als auch juristische Personen - tritt üblicherweise nach drei Jahren ein.
Die Schulden-Verjährung – sowohl für Privat- als auch juristische Personen – tritt üblicherweise nach drei Jahren ein.

Unter bestimmten Umständen oder bei spezifischen Arten von Schulden kann die Verjährung länger betragen als drei Jahre, da hier andere Gesetze zur Anwendung kommen:

  • Eine Verjährung von Steuerschulden erfolgt nach fünf Jahren. Dies legt § 228 Abgabenordnung (AO) fest.
  • Laut § 25 Abs. 1 Viertes Sozialgesetzbuch (SGB IV) tritt für Schulden bei der Krankenkasse eine Verjährung nach vier Jahren ein.
  • Die Verjährung von Schulden mit Titel setzt gemäß § 197 BGB erst nach 30 Jahren ein. Bei einem solchen Schuldtitel kann es sich um eine notarielle Urkunde, einen Vollstreckungsbescheid oder ein Gerichtsurteil handeln.

Übrigens: Wenn Hinterbliebene von Verstorbenen deren Schulden erben, gilt dieselbe Verjährung bzw. Verjährungsfrist wie für den verstorbenen Schuldner. Wird ein Erbe daher mit Forderungen eines Gläubigers konfrontiert, ist es ratsam, zunächst zu prüfen, ob nicht bereits eine Schulden-Verjährung eingetreten ist.

Wann beginnen die Verjährungsfristen von Schulden?

Um die Frage „Wann sind Schulden verjährt?“ beantworten zu können, ist es nicht nur wichtig zu wissen, welche Verjährungsfristen jeweils gelten, sondern auch wann diese überhaupt beginnen.

Für die Frist zur Schulden-Verjährung gilt grundsätzlich, dass diese erst mit Abschluss des Kalenderjahres beginnt, in dem der Anspruch entstanden ist bzw. der Gläubiger erfahren hat, dass er einen Anspruch besitzt.

Wird eine Forderung also z. B. am 1. Juni 2019 fällig, beginnt die Verjährungsfrist erst am 31. Dezember 2019. Dies bedeutet wiederum, dass die Forderung erst am 1. Januar 2023 verjährt ist – oder je nach Dauer der Frist auch später.

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