Überschuldung: Definition, Gründe, Ausweg

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Im Überblick: Überschuldung

  1. Von Überschuldung wird gesprochen, wenn das Vermögen des Schuldners geringer ist als dessen Zahlungsverbindlichkeiten.
  2. In der Regel kann bei Überschuldung eine Insolvenz beantragt werden. Die anderen insolvenzrechtlichen Gründe sind die akute und die drohende Zahlungsunfähigkeit.
  3. Wenn eine drohende Überschuldung vorliegt, sollte sich der Schuldner als erste Anlaufstelle an eine Schuldnerberatung wenden.

Weitere Ratgeber zum Insolvenzrecht:

Wer hilft bei Überschuldung?
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Definition: Was bedeutet Überschuldung?

Obwohl Statistiken der vergangenen Jahre ein Wirtschaftswachstum und eine Senkung der Arbeitslosigkeit in Deutschland anzeigen, nimmt die Überschuldung privater Haushalte stetig zu. Für das Jahr 2017 verzeichnete der Schuldneratlas der Creditreform Wirtschaftsforschung, dass beinahe jeder Zehnte in Deutschland überschuldet sei. Eine Bilanz, die durchaus Besorgnis erregt.

Doch wenn von der Überschuldung in Deutschland gesprochen wird, fällt auf, dass nicht jedem bewusst ist, was überhaupt darunter zu verstehen ist. Wann genau liegt eine Überschuldung vor? Und was unterscheidet eigentlich die Überschuldung von der Zahlungsunfähigkeit oder der Verschuldung? Darum wollen wir an dieser Stelle die Begrifflichkeiten definieren.

Zunächst soll betont werden, dass jede Person irgendwann einmal Schulden macht. Denn eine Verschuldung bedeutet letztendlich nichts anderes, als dass Sie eine Rückzahlungsverpflichtung gegenüber einer anderen Person haben. Dabei kann es sich um einen Kredit zur Finanzierung Ihres Eigenheims handeln oder auch nur um das Geld für den Kaffee, das Ihnen der Kollege letzte Woche ausgelegt hat. Schulden können also auch schon kleine Beträge darstellen und sind erst einmal nicht problematisch.

Nur wenn Sie Ihre Schulden nicht zurückzahlen können, wird von einer Überschuldung gesprochen.
Nur wenn Sie Ihre Schulden nicht zurückzahlen können, wird von einer Überschuldung gesprochen.

Der Unterschied zwischen einer Verschuldung und einer Überschuldung besteht nun in der Frage, ob Sie in der Lage sind, Ihre Schulden vollständig und innerhalb der Frist (wenn denn eine vereinbart wurde) zurückzuzahlen. Sobald Ihre Einkünfte und Ihr Vermögen aus welchen Gründen auch immer nicht mehr ausreichen, um Ihrer Rückzahlungsverpflichtung nachzukommen, wird von einer Überschuldung gesprochen. Erst dann werden Schulden wirklich zum Problem.

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Gründe für Überschuldung

Sowohl die private Überschuldung als auch die Überschuldung einer GmbH (oder eines anderen Unternehmens) können verschiedene Ursachen haben. In vielen Fällen sind mehrere Gründe ausschlaggebend, warum jemand in die roten Zahlen rutscht.

Die Überschuldung einer Privatperson wird häufig durch finanzielle Fehlentscheidungen herbeigeführt. Dies passiert meistens dann, wenn der Überblick über die eigenen Einkünfte und Ausgaben fehlt. Aber auch unvorhergesehene Ereignisse, auf die der Betroffene keinen oder nur wenig Einfluss hat, können eine Rolle spielen.

Dazu gehören z. B.

Ist ein Unternehmen wie z. B. eine GmbH von Überschuldung betroffen, liegt das meist an einem der folgenden Umstände:

  • Fehlentscheidungen bei der Investition
  • konjunkturelle und strukturelle Veränderungen des Marktes
  • Konkurrenzsituation
  • Falsche Produktionsplanung
  • Mängel in der Unternehmenskommunikation
  • lückenhafte Unternehmensfinanzierung
  • unkontrollierte Unternehmensexpansion
  • unvorhergesehene Ereignisse, wie z. B. Unfälle oder Naturkatastrophen
Auch eine Scheidung kann zur privaten Überschuldung führen.
Auch eine Scheidung kann zur privaten Überschuldung führen.

Die Überschuldung im Insolvenzrecht

Vor allem beim Thema Insolvenz spielt Überschuldung eine wichtige Rolle. Denn im Insolvenzrecht gilt neben der akuten und der drohenden Zahlungsfähigkeit Überschuldung als ein Insolvenzgrund. Vereinfacht ausgedrückt: Wenn Sie sich überschulden, sind Sie dazu berechtigt, einen Insolvenzantrag zu stellen. Dies eröffnet Ihnen die Möglichkeit, über ein Insolvenzverfahren unter bestimmten Umständen die Restschuldbefreiung zu erwirken und so irgendwann wieder schuldenfrei leben zu können.

Die beiden anderen Insolvenzgründe sind die akute Zahlungsunfähigkeit und die drohende Zahlungsunfähigkeit. Erstere liegt vor, wenn Sie als Schuldner zum jetzigen Zeitpunkt Ihren Rückzahlungspflichten nicht nachkommen können. Von letzterer wird wiederum gesprochen, wenn Sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in der Lage sind, Ihre Schulden zum (zukünftigen) Zeitpunkt der Fälligkeit zurückzuzahlen.

Die Unterscheidung zwischen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung ist sehr fein. Als zahlungsunfähig gilt ein Schuldner, wenn er die Rückzahlung zum Zeitpunkt ihrer Fälligkeit nicht leisten kann. Bei einer Überschuldung wiederum ist das Vermögen des Schuldners insgesamt geringer als seine ausstehenden Schulden – unabhängig davon, wann diese fällig sind.

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Was ist eine bilanzielle Überschuldung?

Nicht jede Überschuldung ist automatisch eine insolvenzrechtliche Überschuldung. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn sich ein Unternehmen bilanziell überschuldet. Damit ist gemeint, dass sich bei der Bilanz bzw. dem Jahresabschluss des Unternehmens ein Fehlbetrag ergibt, der nicht durch das Eigenkapital gedeckt wird.

Die bilanzielle Überschuldung eines Unternehmens ist nicht gleichzusetzen mit einer insolvenzrechtlichen Überschuldung.
Die bilanzielle Überschuldung eines Unternehmens ist nicht gleichzusetzen mit einer insolvenzrechtlichen Überschuldung.

Eine solche Situation kann auf eine Überschuldung im insolvenzrechtlichen Sinn hinweisen, ist aber nicht mit dieser gleichzusetzen. Denn ob tatsächlich auch eine insolvenzrechtliche Überschuldung vorliegt, muss mittels einer Überschuldungsbilanz geprüft werden.

Dabei können z. B. sog. stille Reserven berücksichtigt werden: Angenommen, bei der Berechnung der bilanziellen Überschuldung wurde ein Anschaffungspreis für eine Maschine von 300.000 Euro zu Buche geschlagen. Dies ist der Preis, den das Unternehmen tatsächlich für die Maschine ausgegeben hat. Ihr Marktwert liegt jedoch in Wahrheit bei 500.000 Euro, also 200.000 Euro mehr, als das Unternehmen bezahlt hat. Dann kann dieser Verkaufswert von 500.000 Euro bei der Überschuldungsbilanz als stille Reserve berücksichtigt werden.

Ebenso ist es möglich, von einem Gläubiger eine Rangrücktrittserklärung zu erwirken. Wenn das Unternehmen z. B. ein Darlehen von 800.000 Euro aufgenommen hat und den Darlehensgeber davon überzeugen kann, im Rang hinter den anderen Gläubigern zurückzutreten, müssen diese 800.000 Euro nicht in der Überschuldungsbilanz berücksichtigt werden.

Ergibt sich durch solche Methoden bei der Überschuldungsbilanz eine positive Bilanzsumme für das Unternehmen, besteht zwar immer noch eine bilanzielle, aber keine insolvenzrechtliche Überschuldung. Zeigt die Berechnung jedoch trotz Berücksichtigung stiller Reserven und Rangrücktrittserklärungen weiterhin ein Defizit für die Firma, liegt ein Insolvenzgrund vor.

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Was tun bei Überschuldung?

Die Vorstellung, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen zu können, verängstigt viele Menschen und sie sehen sich vor ihrem geistigen Auge schon finanziell ruiniert. Doch soweit muss es nicht kommen, wenn Sie sich rechtzeitig Hilfe bei einer Überschuldung suchen.

Zuallererst sollten Sie eine Schuldnerberatung aufsuchen. Diese wird in vielen Städten auch kostenlos von sozialen Trägern angeboten. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung z. B. führt eine Übersicht über alle Stellen in Deutschland und hilft Ihnen so, eine Schuldnerberatung ganz in Ihrer Nähe zu finden. Die Mitarbeiter dort helfen Ihnen, sich einen Überblick über Ihre aktuelle finanzielle Situation zu verschaffen und Ihnen mögliche Wege aus der Überschuldung zu weisen. So können sie Sie beraten, wie Sie eine mögliche Einigung mit den Gläubigern erzielen, und auch als Vermittler tätig werden.

Sind Sie von Überschuldung bedroht, sollten Sie sich als Erstes an eine Schuldnerberatung wenden.
Sind Sie von Überschuldung bedroht, sollten Sie sich als Erstes an eine Schuldnerberatung wenden.

Schaffen Sie es nicht, sich außergerichtlich mit Ihren Gläubigern über die Schuldenbereinigung zu einigen, besteht die Möglichkeit, einen Insolvenzantrag zu stellen. Auch hierbei kann Ihnen ein Schuldenberater weiterhelfen. Kommt es zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens und erfüllen Sie sämtliche Anordnungen und Auflagen des Gerichts, besteht die Aussicht auf Restschuldenbefreiung. Dies bedeutet, dass Sie nach einigen Jahren als schuldenfrei gelten, selbst wenn Sie bis dahin nicht allen Zahlungsverpflichtungen nachkommen konnten.

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